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Hilfsmittelmesse SightCity in Frankfurt

Wie lässt sich der Alltag meistern, wenn das Augenlicht dazu nicht mehr nutzbar ist? Die SightCity zeigt jedes Jahr in einer großen Ausstellung, wie technische Hilfsmittel und gute Beratungsangebote dies möglich machen können. Mehr als 4.000 Besucher kamen vom 8. bis 10. Mai zur weltgrößten Hilfsmittelmesse für Sehbehinderte und Blinde nach Frankfurt.

Blindenführhündin Fini und Andre Radtke sind seit acht Jahren ein eingespieltes Team. Dass sie zusammengefunden haben, verdanken sie einem Zufall. Erst durch einen Besuch der SightCity erfuhr Radtke, dass er auch mit starker Tierhaarallergie einen Blindenführhund haben kann. Die Lösung ist der Labradoodle, eine Kreuzung des nicht haarenden Pudel mit dem arbeitswilligen Labrador. Die Begegnung mit Finis Halbschwester auf der SightCity war für Radtke der Startschuss für ein selbstständigeres Leben dank Blindenführhund.

Seit 16 Jahren informiert die SightCity in Frankfurt rund um die Themen Sehbehinderung und Hilfsmittel. Denn welche Möglichkeiten sehbehinderte und blinde Menschen heute haben, um mobil und unabhängig zu sein, ist Betroffenen nicht immer auch bekannt. Drei Tage lang brachte die SightCity wieder namhafte Mediziner und Low-Vision-Experten, Hersteller und Betroffene aus mehr als 20 Ländern zusammen. Über 130 Aussteller aus Europa, den USA und Asien präsentierten ihre technischen Entwicklungen und Dienstleistungen. Auch Verbände, Ausbildungsanbieter und Reiseunternehmen stellten sich vor.

Einfacheres Arbeiten, sicher mobil sein
Intelligente Brillen, hochauflösende Kameras, Lupen und Bildschirmlesegeräte helfen in Alltag, Schule und Beruf, die fehlende Sehstärke auszugleichen. Spezielle Software ermöglicht blinden Menschen ein wettbewerbsfähiges Arbeiten, indem sie Arbeitsvorgänge vereinfacht und beschleunigt. Auch Smartphones und Tablet-PCs bieten für Sehbehinderte und Blinde heute eine Vielzahl an Funktionen wie Vergrößerung, Navigation, Texterkennung und Sprachausgabe. Viele Hersteller kombinieren diese Geräte mittlerweile mit der eigenen Soft- und Hardware. Tablets werden mit zusätzlichen Low-Vision-Funktionen ausgestattet und bekommen moderne faltbare Halterungen, teilweise mit Anschluss an eine externe Kamera für noch besseres Arbeiten. So entstehen besonders bedienungsfreundliche Produkte, die auch unterwegs problemlos nutzbar sind.

Darüber hinaus arbeitet die Branche vor allem daran, die Mobilität von Betroffenen zu verbessern. Neben dem Langstock helfen Ultraschall- und Infrarotsensoren dabei, sich zu orientieren und Ziele zu erreichen. Sie kommen zum Beispiel als Handgerät zum Einsatz, das Distanzen ermittelt und bewegte Objekte erkennt, oder als Gürtel, der Wege und Richtungen per Vibration fühlbar macht. Produkte mit taktilen Hinweisen und Sprachausgabe helfen auch besonders im Haushalt und beim Einkauf. Sprechende Küchenwaagen, Schablonen für flache Kochfelder oder Barcode-Scanner, die detaillierte Informationen zu Produkten liefern, sorgen dafür, dass alltägliche Handgriffe leichter fallen.


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Vorträge rund um Low Vision
Unter dem Schwerpunkt „Medizin, Rehabilitation, Teilhabe“ wurden im SightCity Forum an allen Messetagen aktuelle Fragen und Entwicklungen im Low-Vision-Bereich diskutiert. Das Vortragsprogramm bot Patientensymposien zu verschiedenen Krankheitsbildern und neuesten Erkenntnissen aus Therapie und Forschung, etwa bei genetischen Erkrankungen oder der elektrischen Stimulation von Netzhaut-Nervenzellen. Im Patienten-Talk berichteten Nutzer über ihre Erfahrungen mit der Netzhautprothese Argus II. Einen großen Schwerpunkt bildete das Netzwerk „Berufliche Teilhabe“ der Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke. Die Besucher konnten mit Vertretern aus Reha, Medizin, Selbsthilfe und weiteren Bereichen über aktuelle Themen der Aus- und Weiterbildung sprechen. Weitere Themen waren unter anderem Hör-Sehbehinderung und Taubblindheit, neue Chancen durch künstliche Intelligenz und der Umgang mit Smartphone und PC. Das SightCity Forum wird gefördert durch die „Marga und Walter Boll-Stiftung“. Für die inhaltliche Gestaltung sind neben dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO) e. V. die PRO RETINA Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) e. V. und die Berufsförderungs- und Berufsbildungswerke verantwortlich. Die Selbsthilfevereinigung PRO RETINA unterstützt über die Techniker Krankenkasse als Zuschussgeber dieses Jahr auch finanziell die Ausrichtung des SightCity Forums.

Mit Kunst vom Messetrubel entspannen
Für eine kleine Auszeit von der Ausstellung und den Fachvorträgen sorgte die „Kunstmeile“ der SightCity. Hier wurden Kunstwerke für die Besucher fühlbar gemacht. Die blinde Künstlerin Monika Häusler stellte Tiermodelle aus Cernit aus, und die Lehrwerkstatt des Deutschen Taubblindenwerkes in Hannover präsentierte Projekte von hörsehbehinderten und taubblinden Jugendlichen. Künstler, die ihre Werke auf der Messe ausstellen möchten, können sich jetzt schon an das Organisationsteam wenden unter der E-Mail: info@sightcity.net

Neuer Standort ab 2020
„Die SightCity hat sich als Treffpunkt für Low-Vision-Experten und Betroffene aus der ganzen Welt fest etabliert“, erklärt Ingrid Merkl, Geschäftsführerin der SightCity GmbH und Leiterin des Messe-Organisationsteams. „Ab dem nächsten Jahr werden wir mit einem neuen Standort optimale Bedingungen für diese so wichtigen Begegnungen schaffen. Die SightCity findet dann im Kap Europa statt, nur eine U-Bahn-Station vom Hauptbahnhof entfernt.“

Die nächste SightCity öffnet vom 27. bis 29. Mai 2020 ihre Türen. Neuer Veranstaltungsort ist das Kap Europa, das Kongresshaus der Messe Frankfurt, Osloer Straße 5, 60327 Frankfurt am Main.

Weitere Informationen unter: www.sightcity.net

Keywords:Hilfsmittelmesse, SightCity, sehbehindert, Hilfsmittel

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